Samstag, 1. Mai 2010
Elektrizität
Zumindest in Beijing. Die Kosten für Strom, Gas und Wasser werden nach einem Prepaidprinzip beglichen. Wir haben Karten, die in der Bank aufgeladen werden.
Wasser ist sehr billig. Vermutlich weil es auch nicht sauber ist. Trinkwasser kaufen wir in grossen Flaschen, die auf einen Wasserständer passen. Gas brauchen wir zum Kochen und zum Heizen. Aber da unsere Pfannen nicht für den Gasherd gemacht sind, koche ich noch immer mit meiner Singelhaushalts-Induktionsherdplatte.
Weil jeder von uns einen Laptop hat, ist die Elektrizität unser grösster Kostenpunkt.
Heute... am 1. Mai... hatten wir gerade noch 18 kwh übrig.
Morgen ist Sonntag, dann sind sogar in China die Banken geschlossen. Heute Abend würde ich gerne eine warme Dusche nehmen.
Also muss schnell Strom her.
Die Bank... ist natürlich geschlossen, es ist der 1. Mai.
Aber die Bank nebenan ist offen.
"Kann ich hier Strom kaufen?" Die Frau schüttelt den Kopf. "Ich brauche aber dringen Strom."
"Versuche es doch bei einer anderen Bank... oder bei der Stromfirma selbst." Sie ruft an und erkundigt sich ob die Bank und die Firma heute offen sind. Nach einer gefühlten Ewigkeit zeigt sie mir den Weg.
Ich hole mein Velo und los gehts. Die Bank ist offen, aber: Strom kann man hier bloss mit Kreditkarte kaufen. Ich habe natürlich keine...
Die nächste Bank sei gleich in der nächsten Strasse. Ich mache mich also auf den Weg dort hin.
Ja, die Bank ist offen, doch als ich meine Stromkarte zeige, lacht die Frau bloss. Nein, hier könne man keinen Strom kaufen. Ich solle es doch mal bei der Bank in der Wanfujingstrasse versuchen.
Ich finde die Bank sofort. Doch... sie ist geschlossen.
Etwas entmutigt entscheide ich mich wieder zurück zu gehen und diesmal die Stromfirma zu suchen.
Mittlerweile ist es sehr warm geworden, kaum zu glauben, dass es am Montagmorgen mit kaum 5° Cel. so kalt war, dass ich mir eine Erkältung geholt habe. Jetzt strahlt die Sonne und der Wind ist trocken und heiss. Warum habe ich bloss meine Sonnenbrille zu hause gelassen?
Plötzlich sehe ich eine Filiale eben jener Bank, bei der ich in der Wanfujingstrasse vor verschlossener Tür gestanden bin. Die sieht aus als wäre sie geöffnet. Ich stelle mein Rad ab und trete ein. Ohne viel Hoffnung schaue ich mich um. Schliesslich frage ich den Wächter an der Tür ob er wisse wo ich hier Strom kaufen könne. Er lacht und weisst mich in eine Schlange. Ich warte.. versuche die Schriftzeichen vor diesem Schalter zu entziffern. Einige kenne ich, doch sie machen nicht viel Sinn.
Plötzlich kommt der Wachmann wieder zu mir. Er weisst auf den Schalter nebenan, der gerade frei geworden ist. Ich zeige meine Stromkarte. Ja ja, hier könne man Strom kaufen. Wie viel ich denn wolle?
Ich kaufe Strom für 200 Yuan. Es ist viel einfacher als ich befürchtet hatte.
Auf dem Weg nach Hause kaufe ich mir ein Eis.
Als ich zu Hause angekommen gleich dem Strom auflade, kommt mein Nachbar heraus. "Ah du lädst den Strom auf?" Ich nicke.
"Gut, du musst aufpassen dass die Anzeige nie auf Null geht." Ich verstehe nicht ganz was dann passieren würde, aber die Gestik ist deutlich genug um zu verstehen, dass ich das nicht geschehen lassen will. Ich nicke wieder.
Larry, der mir die Tür öffnet sieht schon an meinem Lächeln und meinem Eis, dass ich ihn vor der Gefahr kalt Duschen zu müssen gerettet habe.
Ich erzähle meine Geschichte und werde als Heldin gefeiert....
Sonntag, 11. April 2010
Samstag, 10. April 2010
Vermischtes zum Leben hier
Ich lerne, mache Hausaufgaben und in der Schule habe ich angefangen mit meinen Klassenkameraden Chinesisch statt Englisch zu sprechen. Denn einige können kein Englisch und sowieso will ich ja Chinesisch lernen.
In unserer neuen Wohnung hatten wir anfangs noch Internetprobleme, und auch jetzt muss ich manchmal noch meinen Kollegen vom Netz nehmen, um mich anzumelden. Oder er lädt sich so viel Filme herunter, dass meine Leitung komplett blockiert ist. Jungs halt :)
Wenn ich mich vom Lernen ausruhen möchte, schreibe ich Briefe, E-Mails, mache etwas im Haushalt, gehe Einkaufen oder lese. Es ist aber schwehr deutsche Bücher aufzutreibe. Chinesisch kann ich noch nichts lesen. Ich kenne zwar viel mehr Zeichen und kann sie aussprechen, aber zusammengesetzt machen sie dann doch keinen Sinn.
Es wird sehr schnell wärmer. In der Nacht ist es zwar noch eiskalt, doch am Tag wird es war, vorallem wenn die Sonne scheint. Gestern als wir mit der Schule auf Sightseeingtour gegangen sind, hat sie sich aber hinter den Wolken versteckt. Warum ist das Wetter immer so kalt, wenn ich die verbotene Stadt ansehen will?
Das Einkaufen hat seinen Reiz noch nicht verloren, auch wenn die meisten Chinesinnen so schmal sind, das ich kaum Hosen finden kann. Dafür sind die Röcke ganz nach meinem Geschmack.
Aber es ist so windig, wenn ich mit einem Rock zur Schule radle.... dann ist das etwas kompliziert. Und ich will ja auch nicht das er in die Speichen kommt. Wenn das Wetter schön ist und ich von der Schule nach Hause fahre, wenn ich an jeden Zweig ein neues grünes Blatt entdecke und es in den Strassen fein nach Essen riecht, dann gibt es für mich keine schönere Stadt als Beijing.
Ich habe Samen für Kräuter gefunden, die ich anpflanzen will... es war aber nicht so einfach Erde aufzutreiben. Jetzt habe ich welche und sobald ich kann versucher ich es. Mal sehen, es wäre herrlich meinen eigenen Basilikum, Lavendel und Pfefferminz zu ziehen.
Weil es aber noch lange dauern wird, bis dieser Basilikum wächst, habe ich Pesto gekauft. Spaghetti mit Pesto hatte ich nämlich schon seit einem halben Jahr nicht mehr gegessen.
Samstag, 13. März 2010
Meine erste Wohnung
Ich habe eine Wohnung!
Wow
Ich habe noch kein Bett... aber das ist nicht schlecht, so kann ich eines kaufen, das etwas gemütlicher ist als die üblichen chinesischen Betten.
Wir haben die Wohnung von Freunden übernommen. Das war ein Glücksfall. Für uns... für sie ist es natürlich schade, da sie wieder in ihr Heimatland zurück müssen und ihre Tochter, die an der gleichen Uni chinesisch lernt wie ich, hier zurück bleibt. Darum war es heute auch etwas merkwürdig... sie gingen... erklärten uns noch alles und dann verabschiedeten sie sich und liessen uns in der leeren Wohnung zurück. Es tut mir sehr leid für meine Kollegin. Und doch bin ich froh, das wir die Wohnung bekommen haben, sie ist sooooo gut gelegen. Sehr zentral, aber gleich neben einem Hutongviertel... es gibt nicht mehr viele davon und es sieht aus wie im alten Beijing. Es gibt viele kleine Läden und einen grossen Markt, wo man Gemüse, Mehl, Eier, Milch, Waschmittel und überhaubt alles was man so braucht ganz günstig kaufen kann. Eine Strasse weiter ist die Wanfujing Strasse, Beijings Bahnhofstrasse und auf der anderen Seite ist das Arbeiter Stadion mit allen Clubs und Discotheken. Mit dem Buss sind wir in 20min in meiner Schule.
Ich freue mich schon auf morgen. Und sobald wir uns etwas eingelebt haben, mache ich Fotos und bitte meine Schwester sie hier zu posten.
Donnerstag, 25. Februar 2010
Wohnungssuche
Ich habe mir ein Fahrrad gekauft. Es ist schwarz, hat ein Klingel aber keine Gänge (nicht einmal drei) und eine Damenstange. Es ist das einfachste Fahrrad der Welt... Aber es hat einen Korb, was sehr nützlich ist.
In Beijing gibt es kaum Hügel, alles ist flach und so macht Radfahren eigentlich richtig Spass. Aber... ich habe noch kein Hornhaut. Alle meine Muskeln rebellieren und mein Hintern sendet "Nicht schon wieder" wenn immer ich auch bloss an eine Radtour denke.
Mit einem Fahrrad ist Beijing kleiner geworden. Bis zur unserer Schule sind es etwa 15 Minuten. Das Taschentragen nach dem Einkaufen ist Geschichte. Und das Wetter ist entlich ablsolut ideal um sich durch den Verkehr zu schlängeln. Das allerdings ist etwas komplizierter, denn Beijing hat da seine eigenen Regeln. Es gibt meistens eine extra Strasse für Fahrräder, die aber auch gerne von Taxifahrern benutzt wird. Da diese Strasse am Rand der Autofahrbahn ist, wird sie immer wieder von Busshaltestellen gekreuzt. Busse haben immer Vortritt, es gilt also die Augen offen zu halten. Und dann gibt es auch noch Gegenverkehr, wobei es keine festgelegten Seiten gibt. Die Kreuzungen überquert man mittels Zebrasteifen und zwar wenn die Fussgänger und, oder, Fahrradfahrer grün haben, oder wenn gerade keine Autos den selben Weg haben. Alles in allem ein prima Training für alle Sinne. Und seltsamer Weise macht es wirklich Spass.
Dank der neu gewonnenen Mobilität haben wir uns jetzt entlich auf Wohnungssuche gemacht. Das gestaltet sich allerdings etwas schwierig. Bis jetzt haben wir fünf Wohnungen gesehen. Eine war passabel, die anderen alles absolute Albträume. Die erste hatte eine Küche die in einem ehemaligen Badzimmer eingerichtet worden war. Alle Schränke waren verzogen, das Fenster so klein das kaum Licht herein kam und der Kühlschrank war in der Vorhalle. Ja, und die Umgebung war ebenfalls nicht gerade freundlich, in dem Haus leben vorallem Männer und schon auf der Treppe begrüsste einem "Mageninhalt".
Die zweite Wohnung war so windzig und dunkel, dass ich mich kaum daran erinnern kann.
Die dritte war bisher die schönste. Sie hat eine grosse Küche und eine Art Esszimmer. Die Schlafzimmer hatten Parkettboden und alles sah freundlich aus. Allerdings ist der Preis hoch und die Wohnung selbst auch, 12 Stockwerk. Sie ist gegen Norden gelegen und im Hinterhof gibt es eine Fabrik, oder so, mit einem riisigen Backsteinkamin.
Bei der nächsten Wohnung bröckelte der Putz von allen Wänden, und statt neu zu streichen, hatte der Besitzer bloss Tücher darüber gestpannt.
Und die bisher letzte Wohnung hatte eine Toilette in der es einem schon nüchtern übel wird. Keine der vier Wände ist gerade. Die Tür so schmal, dass man sich fast seitwärts durchquetschen muss, und an der Dusche fehlt die Brause. Oh, und das Fenster ist so gelegen, dass die Nachbarn einen idealen Blick auf unsere Hintern haben.
Übrigens, Niemand ist auf die Idee gekommen die Wohnung als er auszog zu putzen und die früheren Bewohner haben abgesehen von ihrem Dreck auch alte Bücher, Pflanzen, Schuhe, DVDs und kaputte Stühle hinterlassen. Das ist mein erster Kulturschock hier.
Aber wir geben die Hoffnung noch nicht auf. Irgend ein nettes Domiziel wird sich wohl finden lassen.
Samstag, 30. Januar 2010
Laowai
Wenn ich etwas einkaufen will, dann ist es für Laowai oft ein bisschen teurer. Wenn ich durch die Strassen gehe, dann sehen die Menschen mir nach. Im Bus bleibt der Platz neben mir frei, und sehe ich mir eine Touristenattraktion an, dann wollen die Chinesen vom Land oft ein Foto von mir haben.
Immer wieder höre ich auch, wie sie darüber mutmassen, woher ich komme. Russland vielleicht, oder Amerika... die Schweiz ist viel zu klein, darauf hat noch niemand getippt.
Die Chinesen sind freundlich und schon mancher hat mich angesprochen um sein English auszuprobieren und von der grossen Welt zu erfahren.
Ich bin nun also eine Ausländerin... Glücklicherweise sind die meisten Chinesen Ausländern gegenüber positiv eingestellt. Wir sind hier sehr privilegiert. Ich habe auch noch nie einen Chinesen sagen gehört, dass wir Ausländer uns anpassen müssten. Vielmehr wollen alle mehr über unsere Kultur erfahren und versuchen sich uns anzupassen. Mein koreanische Freundin hat gehört, dass wir im Westen das Gefühl hätten Koreaner seien oft wütend und streitbar. Ein Trugschluss, der dadurch entsteht, das ihre Sprache sehr rau ist und sie kaum Mimik zeigen. Nun übt sie sich im lächeln. Die jungen Chinesen gewöhnen sich das Spucken ab und über mit Messer und Gabel zu essen. Sie sagen manchmal Danke, statt ein Kompliment bescheiden zurück zu weisen und sie suchen Körperkontakt. Das hat mich am meisten verwirrt. Da wird einem eingebläut, in Foren und Ratgebern, bloss nicht zu berühren, immer Abstand zu halten. Und dann kommen meine chinesischen Freunde, umarmen mich zur Begrüssung und hängen sich an meinen Arm. Ist das eine Behandlung die nur uns Laowai zukommt? Oder haben die Ratgeber sich einfach getäuscht?
Es ist eine sehr lehrreiche Erfahrung einmal Ausländer zu sein. Oft versuche ich mich von Aussen zu betrachten und ich frage mich: „Wie sehr grenze ich mich ab. Wie sehr passe ich mich an.“
Ich passe mich an in dem ich chinesisch lerne. Ich versuche bescheiden zu sein und weise Komplimente höflich zurück. Ich esse mit Stäbchen und lasse immer etwas vom Essen übrig, zum Zeichen, dass genug da war und ich satt bin. In der Schule bin ich gewissenhafter und versuche alle meine Hausaufgeben pünktlich zu erledigen. Und bald ist Chunjie, das chinesische Neu Jahr, da werde ich auch Süssigkeiten essen und das Schriftzeichen für Glück an meine Türe hängen.
Ich bemühe mich auch, den Chinesen ein möglichst gutes Bild von mir zu vermitteln, denn es ist ja gleichzeitig ein Bild von der Schweiz. So bin ich manchmal sogar höflicher, als ich es zu Hause wäre und biete alten Menschen meinen Platz im Buss an.
Aber ich grenze mich auch ab. Ich habe nicht die Geduld beim Einkaufen von Gemüse jedes Mal zu markten, es ist so schon billig genug. Und ich bewahre Schweizertraditionen. Schon seit Weihnachten sammle ich Zwiebelschalen, um an Ostern Eier zu färben. Ich nehme mir vor zwischen Fasnacht und Ostern keine Schokolade zu essen.
Beim Suchen nach der besten Mitte zwischen Anpassung und Bewahrung kommt mir immer wieder Jin Laoshi in den Sinn. In einer Stunde erklärte sie uns, warum sie gerne ausländische Schüler unterrichtet. „Ich lerne eine andere Kultur kennen und lerne so auch mehr über meine eigene Kultur. So kann ich Fehler erkennen und korrigieren, aber ich sehe auch, was gut ist und bewahrt werden sollte.“
Diese Aussage trifft auch auf mich zu. Und so mische ich oft. Ich bewahre das, was ich an der Schweiz liebe, und füge das hinzu, was an China bewundernswert ist. So kann ich nur gewinnen.
Dienstag, 5. Januar 2010
Der Winter und mein Sushe
Jetzt ist also Winter. Mein erster Winter in Beijing. Er ist kalt, er ist windig und er ist immer sonnig. Jeden Morgen checke ich die Themperatur. Bei 2 bis -2 Grad trage ich ein T-shirt und ein Foulard, bei -4 bis -7 Grad ein Pullover. In unserem Klassenzimmer läuft immer die Klimaanlage, die auch eine Heizung ist und die Luft austrocknet, so dass meine Augen schmerzen. Je nachdem wer die Klimaanlage einstellt ist es schrecklich heiss. Vorallem Illarion aus Russland, der immer friert, verwechselt den Schulraum oft mit einer Sauna. Jin Laoshi die ich je länger ich sie kenne, desto lieber bekomme (auch wenn sie mich noch immer nicht wirklich zu mögen scheint) sorgt jeden Morgen dafür, dass wir auch genug Luft bekommen und lüftet das Zimmer, so dass es schecklich kalt ist. Ich koche meistens in meinem Zimmer, denn es ist einfach zu windig um raus zu gehen. In meinem Zimmer ist es immer schön warm, denn es ist gegen südosten augerichtet und hat herrliche Morgensonne.
Ich liebe das Leben in unserem Sushe. Was ist ein Sushe? Auf englisch heist es „dormitory“ auf Deutsch wohl Studentenwohnheim. Aber ich finde Sushe ist ein sehr passender Begriff. Er schreibt sich so: 宿舍。Das heisst ein Dach über 100 Menschen, denn 人heisst Mensch und 百heisst hundert. Dazu kommt noch ein Mensch über Geplauder. Wieder ein 人und dann ein 舌 , dass ist das Zeichen für Zunge und weisst auf alles hin, was mit Sprechen zu tun hat. Wir sind also hundert Menschen unter einem Dach, die alle miteinander plaudern. Natürlich ist dass etwas übertrieben, aber da wir alle alleine hier sind, haben wir schnell Freundschaften geschlossen. Luis aus Kolumbien und Larry sind die Geister ders Sushe, sie klopfen an allen Türen und erschrecken die Schüler. Mein Zimmer ist so etwas wie die Mensa geworden, für 12 Yuan erhalten hier alle eine Europäische Malzeit. Bei Hiroki wird am Wochenende Bier getrunken und bei Aidana Vodka. Wobei bei Aidana eigentlich nicht gertrunken von der russischen Sicht auf dieses Thema.... Jedes Wochenende ein bisschen Alkohol... dass zählt noch nicht einmal als Alkohol. Meinen meine russischen Freunde. Ich selbst brauche dass nicht jedes Wochenende, aber manchmal mache ich mit. Allerdings höre ich auf wenn ich merke, dass ich etwas beschwipst bin.
Witzig am Leben im Sushe sind auch die vielen Charaktere, die sich hier versammelt haben. Da gibt es den Mongolischen Vampir. Er ist erst 15 und meint er könne mit allen flirten. Offiziel geht er allerdings mit der Japanischen Mangaka. Und wer ihren Hals gesehen hat, weiss warum er ein Vampir ist. Aber sie zahlt es ihm auch zurück, so das es zwei interessante Hälse gibt....
Will aus der USA ist einfach der Prototyp von einem Ami und irgendwie traue ich ihm nicht über den Weg. Er ist eng befreundet mit Sara. Sara ist extrem sportverrückt und intellektuell. Dann gibt es Assaga aus Srilanka, er ist Buddhist und Vegetarier wie ich. Ausserdem ist er unglaublich verfressen und etwas naiv. Little Long Linglan ist aus Kassachstan, ihre Familie ist ebenfalls sehr intellektuell, und auch etwas mystisch... Sie kommt auf ausgefallene Ideen, wie Geister zu beschwören... Larry ist so zierlich, dass er mich immer an einen Humunkulus erinnert, oder ein Engel... Seine Freunde in Russland nennen ihn Seraphin. Er ist hier damit er nicht ins Militär muss... Das russische Militär ist bekannt für seine letalität. Larry und Long Linglan sind zusammen, alle wissen es, aber sie tun noch immer so, als wäre es ein Geheimniss. Und dann ist da noch Sasha, die Luis auch in seinem irrsinnig sexy Pyjama (dass wir aber noch nie gesehen haben) niemals sexy finden wird. Denn lasst mich die Prinzen zitieren: „Denn sie steht nur auf Frauen und er ist leider nur ein Mann.“ Sie erzählt mir immer die neusten News aus ihrem Leben, dass einer richtigen Seifenoper gleicht. So verschieden wir auch sind, wir sind alle Freunde, vielleicht auch Leidensgenossen und helfen uns aus. Egal wie spät es ist, unsere Türen sind immer offen. Eine richtig kleine Familie.
Ja, auch wenn hier die Zimmer klein sind und die Fenster nicht richtig schliessen, auch wenn nach der Suppe mein Zimmer nach Kohl riecht und ich heisses Trinkwasser am Morgen am Ende des Ganges holen muss und auch wenn wir nur von 6 bis 10 und von 12 bis 24 Uhr heisses Wasser haben. Ich würde niemals in einer Wohnung leben wollen. Noch nicht...